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10. Oktober 2026 · aus dem Deutschen · 8 Sätze

Das Vaterunser

Quelle: Matthäus 6,9–13, Lutherbibel 1912 (gemeinfrei), Text nach bibel-online.net.

Wörtlich: MZ = ma, NICHT = ne, SOLL = vo, NAH = hi. Zusammensetzungen mit Bindestrich.

Ganzer Text am Stück

ma mi sene va lisalafa ma mi, je fale di goka. vo meba tu lavape! vo fela tu gole! vo dura tu nabe di bida si dura je nabe di goka! vo tu beve buga nupa va ma mi di nupa hi! su vo tu nate tama vurali ma mi! ma mi mo nate ma mela je bine po tama vurali va ma mi. su vo tu vukipe ne ma mi va dura vurala, ho tu famene ma mi ko vurala, ke tu bure nalo fela su naka su noba! vo lo mefe!

Unser Vater in dem Himmel! Dein Name werde geheiligt. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe auf Erden wie im Himmel. Unser täglich Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie wir unseren Schuldigern vergeben. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Übel. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Satz für Satz (8 Sätze)

MZ ich sprechen zu Elternteil-männlich MZ ich, der sich-befinden in Himmel

Unser Vater in dem Himmel!

Anmerkungen (3)
  • Die Anrede wird umschrieben: „Wir sprechen zu unserem Vater …“ (beim Sprechen va + Angeredeter). Ein Kurzsatz ginge nicht: Er hat kein Verb, der Relativsatz bringt aber eines mit.
  • Ausrufezeichen gibt es nur nach vo, deshalb ein Punkt.
  • „in dem Himmel“ darf nicht direkt am Nomen hängen (Präpositionsgruppen gehören zum Satz), deshalb Relativsatz mit „sich befinden“.

SOLL Name du heilig-sein!

Dein Name werde geheiligt.

Anmerkungen (1)
  • Neue Wurzel: lavapi = heilig. Das Passiv entfällt: „Dein Name soll heilig sein.“

SOLL Macht du kommen!

Dein Reich komme.

Anmerkungen (1)
  • „Reich“ im Sinn von Herrschaft = fela (von feli = mächtig).

SOLL Wille du geschehen in Welt wie Wille der geschehen in Himmel!

Dein Wille geschehe auf Erden wie im Himmel.

Anmerkungen (1)
  • si (wie) nimmt nur ein Nomen, keine Präpositionsgruppe. „wie im Himmel“ = si dura je nabe di goka (wie der Wille, der im Himmel geschieht;). si vergleicht mit dem Subjekt dura tu, und der Relativsatz steht am Satzende.

SOLL du geben Brot Tag zu MZ ich in Tag NAH!

Unser täglich Brot gib uns heute.

Anmerkungen (2)
  • „täglich“ = Brot des Tages (Nomen + Nomen). nupi hieße „wie ein Tag“.
  • Bei vo bleibt das Subjekt (tu).

und SOLL du verzeihen Ding schlecht MZ ich! MZ ich auch verzeihen MZ Person die machen VERG Ding schlecht zu MZ ich

Und vergib uns unsere Schuld, wie wir unseren Schuldigern vergeben.

Anmerkungen (2)
  • „Schuld“ ist umschrieben: unser Schlechtes, und das ist das Objekt von nate. „verzeihe uns von unserem Schlechten“ (ko tama vurali) ginge nicht, denn ko ohne Zeit-Nomen heißt nur „von, aus“. „Schuldiger“ = die Menschen, die uns Schlechtes getan haben.
  • Bitte und Aussage haben verschiedene Satzarten, deshalb zwei Sätze. „wie wir“ = ma mi mo (auch wir).

und SOLL du führen NICHT MZ ich zu Wunsch Schlechtes, aber du frei-machen MZ ich von Schlechtes, weil du haben immer Macht und Kraft und Schönheit

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Übel. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Anmerkungen (6)
  • führen = vu- + folgen (vukipe); erlösen = befreien = frei + -en- (famene).
  • „Versuchung“ = der Wunsch nach dem Schlechten (dura vurala); „Übel“ = das Schlechte (vurala).
  • „sondern“ = ho nach einem verneinten Teil. Das vo am Satzanfang gilt auch für den Teil mit ho.
  • „Denn“ als ke-Satz am Ende; ein Satz darf nicht mit ke beginnen.
  • „Herrlichkeit“ = noba (Schönheit). „in Ewigkeit“ = nalo (immer), als Adverb vor dem Objekt.
  • Aufzählung mit su zwischen allen Gliedern; ein Komma allein trennt Nomen nicht.

SOLL es wahr-sein!

Amen.

Anmerkungen (1)
  • „Amen“ = „So soll es sein“, hier: Es soll wahr sein.