Senatola

← Alle Texte

10. Oktober 2026 · aus dem Deutschen · 22 Sätze

Kannitverstan

Quelle: Johann Peter Hebel, Schatzkästlein des rheinischen Hausfreundes (1811), S. 154–157 (gemeinfrei), Text nach de.wikisource.org.

Wörtlich: MZ = ma, NICHT = ne, SOLL = vo, ZITAT = re, NAH = hi, FERN = da, FRAGE = ka, VERG = po, ZUK = vi, NUR = so, NOCH = ku, SCHON = ti, AUCH = mo, WIEDER = ha. Zusammensetzungen mit Bindestrich.

Ganzer Text am Stück

nalu tama di bida fane ne. ma mela pune kila di tama hi di nalu nupa di Emmendingen su Gundelfingen su Amsterdam, fi ma lo dure. ma lo pile ne, ho ma lo pune bama balisa di tama faravela lo luti. ho tavara jubi rave mefa di Amsterdam ru vumefa. tavara gole va Amsterdam. geva hi bire su pile, su pulu dova nobi su pulu navanima su pulu mela jurami fale di lo. tavara vese pulu pamo dova biri nobi. lo nubalipe ko Duttlingen va Amsterdam, ho lo vese nomo dova je nobe si dova hi. lo vese bilerabuko dova hi ru lusa beni. sebu dunafara fale he nurama. ma pesaluma dova hi ro bire te pesalaga dova lisalafa lo. melalafa nube ru fara di goba tavara. tavara pabe va lo di vuriva re „ka tu rike, de burara dova hi bure meba ka?“ melalafa bure vedo tava ro nugi. lo pele ne sena Deutschland, su tavara pele ne sena Holland. melalafa sene vubeno su paro re „Kannitverstan“. su lo nube sevo. tama hi lute gura Holland jo kiru gura. lo pide re „mi pune ne pela tu.“ ho melajuba rali lupe, de tama hi lute meba burara dova. lo kile re „Kannitverstan pulu pile.“ su lo nube ku. lo nube ru pulu farabira, su lo gole di vuriva va nifa baga je bure meba Het Ey. pulu navanima fale di nisa da. lo pune ne vesa nalu tama hi ru dosu nosa lo luti. lo vese navanima biri di vuriva. navanima hi gole ti ko Ostindien, su ma mela vulamene lo di lusa hi. pulu bedaveba fale ti he geda. ma mela vefanube ku ro bedaveba su ma beda luniva su beda nasura su beda mesola ko navanima. tavara vese ru lusa beni. mela vefanube bedaveba he pafariva lo ko navanima. tavara pabe va mela hi re „melalafa je bamabure nalu tamavunida hi ko baga bure meba ka?“ mela vupabe re „Kannitverstan“. tavara kile re „Kannitverstan pile ko vera hi.“ re „baga vefagole pulu bova va lo, su lo pune faba ma dova biri.“ lo nofe, su lo kile vubalo, de lo vupile, su pulu mela pile di bida. lo kile re „vo mi mo bure vela rali si Kannitverstan!“ su lo gole va lifusa, su lo vese gena biri vuvelara. fenu naga dofi nare vusevo su vubalo navanaga dofi vuvelara si ma mela je rike, de ma lo vukipe vuvelara va sepa. pulu nuva vuvelara kipe genadoso navanaga. ma lo bure fegarida dofi, su ma lo vusene. pavu bulotisa bulene di nisa lipi. melajuba bure buka vubali. nalu mela rali bure buka hi, fi lo vese vuvelara. melajuba pime sepo, su lo vefe fegarila lo luti di gora va vuriva. melalafa vurivi gena bomele vufaso bova je lo bamabure ko lugabima lo luti. tavara vefe vutado fegarida melalafa, su lo tane nata. tavara sene re „vuvelara lute po vedo nuva rali tu, ke tu nube vubalo ga lo.“ melalafa vupabe re „Kannitverstan“. fapu nimanosa biri lare ko ma nosa tavara. su pira lo bame bilero niva, su lo bame ha vuniva. lo senafase va Kannitverstan vupili re „tu bure tama ka ko pila nali tu di lusa hi?“ re „tu bure so fega vuvelara su risema.“ re „mi mo bamabure vi tama hi di vuriva vela mi.“ re „su tu bure vedo pavu bimanoba he nasela vuridi tu.“ tavara kipe vuvelara va nisavuvela si genara. lo vese, de ma mela gepene Kannitverstan di nisavuvela. melalafa lupi sene di sena Holland. tavara pele nomu gura, ho sena melalafa ro bukene lo te fapu sena Deutschland. tavara vugole balo ga ma mela vuluti di vuriva. lo name balo nifa donatada Limburg di dovafema. su lo kile nalo di tama Kannitverstan, fi lo vubale ha, de pulu mela pile, su tavara vupile. lo kile di tama dova biri Kannitverstan su navanima pili lo su nisavuvela vutoni lo.

Der Mensch hat wohl täglich Gelegenheit, in Emmendingen und Gundelfingen, so gut als in Amsterdam Betrachtungen über den Unbestand aller irdischen Dinge anzustellen, wenn er will, und zufrieden zu werden mit seinem Schicksal, wenn auch nicht viel gebratene Tauben für ihn in der Luft herum fliegen. Aber auf dem seltsamsten Umweg kam ein deutscher Handwerksbursche in Amsterdam durch den Irrthum zur Wahrheit und zu ihrer Erkenntniß. Denn als er in diese große und reiche Handels-Stadt, voll prächtiger Häuser, wogender Schiffe und geschäftiger Menschen, gekommen war, fiel ihm sogleich ein großes und schönes Haus in die Augen, wie er auf seiner ganzen Wanderschaft von Duttlingen bis nach Amsterdam noch keines erlebt hatte. Lange betrachtete er mit Verwunderung dieß kostbare Gebäude, die 6 Camine auf dem Dach, die schönen Gesimse und die hohen Fenster, größer als an des Vaters Haus daheim die Thür. Endlich konnte er sich nicht entbrechen, einen Vorübergehenden anzureden. „Guter Freund, redete er ihn an, könnt ihr mir nicht sagen, wie der Herr heißt, dem dieses wunderschöne Haus gehört mit den Fenstern voll Tulipanen, Sternenblumen und Levkoien?“ Der Mann aber, der vermuthlich etwas wichtigeres zu thun hatte, und zum Unglück gerade so viel von der deutschen Sprache verstand, als der Fragende von der holländischen, nemlich Nichts, sagte kurz und schnauzig: Kannitverstan; und schnurrte vorüber. Dieß war ein holländisches Wort, oder drey, wenn mans recht betrachtet, und heißt auf deutsch soviel, als: Ich kann euch nicht verstehn. Aber der gute Fremdling glaubte, es sey der Name des Mannes, nach dem er gefragt hatte. Das muß ein grundreicher Mann seyn, der Herr Kannitverstan, dachte er, und gieng weiter. Gaß aus Gaß ein kam er endlich an den Meerbusen, der da heißt: Het Ey, oder auf deutsch: das Ypsilon. Da stand nun Schiff an Schiff, und Mastbaum an Mastbaum; und er wußte anfänglich nicht, wie er es mit seinen zwey einzigen Augen durchfechten werde, alle diese Merkwürdigkeiten genug zu sehen und zu betrachten, bis endlich ein großes Schiff seine Aufmerksamkeit an sich zog, das vor kurzem aus Ostindien angelangt war, und jezt eben ausgeladen wurde. Schon standen ganze Reihen von Kisten und Ballen auf- und nebeneinander am Lande. Noch immer wurden mehrere herausgewälzt, und Fässer voll Zucker und Caffee, voll Reis und Pfeffer, und salveni Mausdreck darunter. Als er aber lange zugesehn hatte, fragte er endlich einen, der eben eine Kiste auf der Achsel heraus trug, wie der glückliche Mann heiße, dem das Meer alle diese Waaren an das Land bringe. „Kannitverstan,“ war die Antwort. Da dachte er: Haha, schauts da heraus? Kein Wunder, wem das Meer solche Reichthümer an das Land schwemmt, der hat gut solche Häuser in die Welt stellen, und solcherley Tulipanen vor die Fenster in vergoldeten Scherben. Jezt gieng er wieder zurück, und stellte eine recht traurige Betrachtung bey sich selbst an, was er für ein armer Mensch sey unter so viel reichen Leuten in der Welt. Aber als er eben dachte: Wenn ichs doch nur auch einmal so gut bekäme, wie dieser Herr Kannitverstan es hat, kam er um eine Ecke, und erblickte einen großen Leichenzug. Vier schwarz vermummte Pferde zogen einen ebenfalls schwarz überzogenen Leichenwagen langsam und traurig, als ob sie wüßten, daß sie einen Todten in seine Ruhe führten. Ein langer Zug von Freunden und Bekannten des Verstorbenen folgte nach, Paar und Paar, verhüllt in schwarze Mäntel, und stumm. In der Ferne läutete ein einsames Glöcklein. Jezt ergriff unsern Fremdling ein wehmüthiges Gefühl, das an keinem guten Menschen vorübergeht, wenn er eine Leiche sieht, und blieb mit dem Hut in den Händen andächtig stehen, bis alles vorüber war. Doch machte er sich an den Lezten vom Zug, der eben in der Stille ausrechnete, was er an seiner Baumwolle gewinnen könnte, wenn der Zentner um 10 Gulden aufschlüge, ergriff ihn sachte am Mantel, und bat ihn treuherzig um Excüse. „Das muß wohl auch ein guter Freund von euch gewesen seyn, sagte er, dem das Glöcklein läutet, daß ihr so betrübt und nachdenklich mitgeht.“ Kannitverstan! war die Antwort. Da fielen unserm guten Duttlinger ein paar große Thränen aus den Augen, und es ward ihm auf einmal schwer und wieder leicht ums Herz. Armer Kannitverstan, rief er aus, was hast du nun von allem deinem Reichthum? Was ich einst von meiner Armuth auch bekomme: ein Todtenkleid und ein Leintuch, und von allen deinen schönen Blumen vielleicht einen Rosmarin auf die kalte Brust, oder eine Raute. Mit diesen Gedanken begleitete er die Leiche, als wenn er dazu gehörte, bis ans Grab, sah den vermeynten Herrn Kannitverstan hinabsenken in seine Ruhestätte, und ward von der holländischen Leichenpredigt, von der er kein Wort verstand, mehr gerührt, als von mancher deutschen, auf die er nicht acht gab. Endlich gieng er leichten Herzens mit den andern wieder fort, verzehrte in einer Herberge, wo man Deutsch verstand, mit gutem Appetit ein Stück Limburger Käse, und, wenn es ihm wieder einmal schwer fallen wollte, daß so viele Leute in der Welt so reich seyen, und er so arm, so dachte er nur an den Herrn Kannitverstan in Amsterdam, an sein großes Haus, an sein reiches Schiff, und an sein enges Grab.

Satz für Satz (22 Sätze)

alle Ding in Welt bleiben NICHT. MZ Person können Denken in Sache NAH in alle Tag in Emmendingen und Gundelfingen und Amsterdam, wenn MZ er wollen. MZ er reich-sein NICHT, aber MZ er können Werden froh-klein in Sache Weg-leben er selbst

Der Mensch hat wohl täglich Gelegenheit, in Emmendingen und Gundelfingen, so gut als in Amsterdam Betrachtungen über den Unbestand aller irdischen Dinge anzustellen, wenn er will, und zufrieden zu werden mit seinem Schicksal, wenn auch nicht viel gebratene Tauben für ihn in der Luft herum fliegen.

Anmerkungen (4)
  • „der Unbestand aller irdischen Dinge“ = Kein Ding in der Welt bleibt (nalu tama … fane ne: Die Menge gilt für jedes einzelne).
  • „man“ = ma mela. di gilt für alle drei Orte, die mit su verbunden sind.
  • „zufrieden werden“ = bama balisa (Werden + Zufriedenheit). „mit seinem Schicksal“ = di tama faravela lo luti (Schicksal = Weg + leben); lo luti gilt für jeden einzelnen.
  • Die gebratenen Tauben (Schlaraffenland) sind zu „sie sind nicht reich“ geworden.

aber Arbeiter fremd lernen Wahrheit in Amsterdam durch Fehler

Aber auf dem seltsamsten Umweg kam ein deutscher Handwerksbursche in Amsterdam durch den Irrthum zur Wahrheit und zu ihrer Erkenntniß.

Anmerkungen (2)
  • „Handwerksbursche“ = tavara (Arbeiter). „deutsch“ steht später (Duttlingen); hier jubi (fremd), denn ko Deutschland würde als Präpositionsgruppe zum ganzen Satz gehören (er lernte die Wahrheit von Deutschland her).
  • „auf dem seltsamsten Umweg“ ist weggelassen.

Arbeiter kommen zu Amsterdam. Stadt NAH groß-sein und reich-sein, und viel Haus schön und viel Fahrzeug-Wasser und viel Person fleißig sich-befinden in es. Arbeiter sehen sehr bald-ADV Haus groß schön. er reisen von Duttlingen zu Amsterdam, aber er sehen nie Haus das schön-sein wie Haus NAH

Denn als er in diese große und reiche Handels-Stadt, voll prächtiger Häuser, wogender Schiffe und geschäftiger Menschen, gekommen war, fiel ihm sogleich ein großes und schönes Haus in die Augen, wie er auf seiner ganzen Wanderschaft von Duttlingen bis nach Amsterdam noch keines erlebt hatte.

Anmerkungen (3)
  • Zeitliches „als“ ergibt zwei Sätze. Die Beschreibung der Stadt ist ein eigener Satz.
  • „voll … Häuser, … Schiffe und … Menschen“ = es gibt dort viele … (fale di lo). „wogend“ ist weggelassen.
  • „ein Haus, wie er noch keines erlebt hatte“ = er sah nie ein Haus, das so schön ist wie dieses (Umschreibung „ein Haus wie meins“).

er sehen plötzlich-fühlen-ADV Haus NAH durch Zeit lang. sechs Feuer-Weg sich-befinden auf Dach. MZ Wand-hell Haus NAH mehr groß-sein als Wand-offen Haus Elternteil-männlich er

Lange betrachtete er mit Verwunderung dieß kostbare Gebäude, die 6 Camine auf dem Dach, die schönen Gesimse und die hohen Fenster, größer als an des Vaters Haus daheim die Thür.

Anmerkungen (3)
  • „mit Verwunderung“ = bilerabuko (überrascht).
  • Der Vergleich geht gut: Die Fenster sind größer als die Tür im Haus seines Vaters. Die Kette pesalaga dova lisalafa lo liest sich von rechts: sein Vater – dessen Haus – dessen Tür.
  • Kamin = dunafara (Feuer + Weg). Die Gesimse sind weggelassen.

Person-männlich gehen durch Weg in Seite Arbeiter. Arbeiter fragen zu er in Ende ZITAT FRAGE du wissen, dass Besitzer Haus NAH haben Name FRAGE?

Endlich konnte er sich nicht entbrechen, einen Vorübergehenden anzureden. „Guter Freund, redete er ihn an, könnt ihr mir nicht sagen, wie der Herr heißt, dem dieses wunderschöne Haus gehört mit den Fenstern voll Tulipanen, Sternenblumen und Levkoien?“

Anmerkungen (3)
  • „einen Vorübergehenden“ ist ein eigener Satz: Ein Mann geht neben ihm die Straße entlang. Mit einem Relativsatz (mela je nube …) ginge es nicht, weil er bis zum Satzende reichen und das Zitat verschlucken würde.
  • „Könnt ihr mir sagen, wie …?“ = „Weißt du, welchen Namen …?“: ka am Anfang, die indirekte Frage im de-Satz. ka tu pune sena, de … ginge nicht: Ein de-Satz steht an der Objektstelle des Verbs, und die ist schon besetzt.
  • „Guter Freund“ (Anrede) und die Blumen am Fenster sind weggelassen.

melalafa bure vedo tava ro nugi. lo pele ne sena Deutschland, su tavara pele ne sena Holland. melalafa sene vubeno su paro re „Kannitverstan“. su lo nube sevo.

Person-männlich haben möglich-ADV Arbeit mehr wichtig. er verstehen NICHT Sprache Deutschland, und Arbeiter verstehen NICHT Sprache Holland. Person-männlich sprechen kurz-ADV und wütend-ADV ZITAT Kannitverstan. und er gehen schnell-ADV

Der Mann aber, der vermuthlich etwas wichtigeres zu thun hatte, und zum Unglück gerade so viel von der deutschen Sprache verstand, als der Fragende von der holländischen, nemlich Nichts, sagte kurz und schnauzig: Kannitverstan; und schnurrte vorüber.

Anmerkungen (4)
  • „vermutlich“ = vedo (Adverb aus „möglich“).
  • „so viel …, als …, nämlich nichts“ = Beide verstehen die Sprache des anderen nicht.
  • Sprachen: sena + Landesname (sena Holland), wie dova Marc.
  • Ein zitiertes einzelnes Wort ist ein Kurzsatz; das Satzzeichen des ganzen Satzes steht hinter dem Anführungszeichen.

Ding NAH gleich-sein Wort Holland oder drei Wort. es bedeuten ZITAT ich können NICHT Verstehen du. aber Person-fremd gut glauben, dass Ding NAH gleich-sein Name Besitzer Haus. er denken ZITAT Kannitverstan viel reich-sein. und er gehen NOCH

Dieß war ein holländisches Wort, oder drey, wenn mans recht betrachtet, und heißt auf deutsch soviel, als: Ich kann euch nicht verstehn. Aber der gute Fremdling glaubte, es sey der Name des Mannes, nach dem er gefragt hatte. Das muß ein grundreicher Mann seyn, der Herr Kannitverstan, dachte er, und gieng weiter.

Anmerkungen (3)
  • jo verbindet zwei Nomengruppen: ein Wort oder drei Wörter.
  • „bedeuten“ = pide, mit dem Inhalt als Zitat.
  • Kannitverstan steht als Name im Satz wie jedes Nomen.

er gehen durch viel Weg-groß, und er kommen in Ende zu Teil Meer das haben Name Het Ey. viel Fahrzeug-Wasser sich-befinden in Ort FERN. er können NICHT Sehen alle Ding NAH durch zwei Auge er selbst. er sehen Fahrzeug-Wasser groß in Ende. Fahrzeug-Wasser NAH kommen SCHON von Ostindien, und MZ Person leer-machen es in Zeit NAH

Gaß aus Gaß ein kam er endlich an den Meerbusen, der da heißt: Het Ey, oder auf deutsch: das Ypsilon. Da stand nun Schiff an Schiff, und Mastbaum an Mastbaum; und er wußte anfänglich nicht, wie er es mit seinen zwey einzigen Augen durchfechten werde, alle diese Merkwürdigkeiten genug zu sehen und zu betrachten, bis endlich ein großes Schiff seine Aufmerksamkeit an sich zog, das vor kurzem aus Ostindien angelangt war, und jezt eben ausgeladen wurde.

Anmerkungen (4)
  • „Meerbusen“ = nifa baga (Teil des Meeres). Der Name steht mit je bure meba, denn ein Name direkt hinter einem Nomen hieße „Het Eys Meerbusen“. di vuriva steht vor dem Relativsatz, der bis zum Satzende reicht. „oder auf deutsch: das Ypsilon“ ist weggelassen.
  • „Mastbaum an Mastbaum“ ist weggelassen.
  • „mit seinen zwei einzigen Augen“ = ru dosu nosa lo luti (Mittel mit ru).
  • „ausladen“ = vulamene (leer machen); das Passiv steht mit ma mela als Subjekt.

viel Behälter-Holz sich-befinden SCHON auf Erde. MZ Person tragen NOCH mehr Behälter-Holz und MZ Behälter Zucker und Behälter Kaffee und Behälter Reis von Fahrzeug-Wasser

Schon standen ganze Reihen von Kisten und Ballen auf- und nebeneinander am Lande. Noch immer wurden mehrere herausgewälzt, und Fässer voll Zucker und Caffee, voll Reis und Pfeffer, und salveni Mausdreck darunter.

Anmerkungen (3)
  • Kiste = bedaveba (Behälter + Holz), neuer Begriff. „Fässer voll Zucker“ = beda luniva (Nomen + Nomen: Zuckerbehälter).
  • ko navanima steht am Ende. Stünde es vor der Aufzählung (ro bedaveba ko navanima, su ma beda luniva …), gälte ko für alle folgenden Glieder.
  • Ballen, Pfeffer und Mausdreck sind weggelassen.

Arbeiter sehen durch Zeit lang. Person tragen Behälter-Holz auf Arm-beginnen er von Fahrzeug-Wasser. Arbeiter fragen zu Person NAH ZITAT Person-männlich der bekommen alle Ding-verkaufen NAH von Meer haben Name FRAGE? Person antworten ZITAT Kannitverstan

Als er aber lange zugesehn hatte, fragte er endlich einen, der eben eine Kiste auf der Achsel heraus trug, wie der glückliche Mann heiße, dem das Meer alle diese Waaren an das Land bringe. „Kannitverstan,“ war die Antwort.

Anmerkungen (3)
  • Wieder wird der Relativsatz am Objekt zu einem eigenen Satz („einen, der eine Kiste trug“). „auf der Achsel“ = he pafariva lo (Schulter = Arm + beginnen).
  • Die indirekte Frage ist zur direkten geworden. Der Relativsatz am Subjekt endet beim Verb des Hauptsatzes (bure).
  • „glücklich“ ist weggelassen; „Waren“ = tamavunida.

tavara kile re „Kannitverstan pile ko vera hi.“ re „baga vefagole pulu bova va lo, su lo pune faba ma dova biri.“

Arbeiter denken ZITAT Kannitverstan reich-sein von Grund NAH. ZITAT Meer bringen viel Geld zu er, und er können Bauen MZ Haus groß

Da dachte er: Haha, schauts da heraus? Kein Wunder, wem das Meer solche Reichthümer an das Land schwemmt, der hat gut solche Häuser in die Welt stellen, und solcherley Tulipanen vor die Fenster in vergoldeten Scherben.

Anmerkungen (2)
  • „Haha, schaut's da heraus? Kein Wunder“ = „Deshalb ist er reich.“ Ausrufe werden umschrieben oder fallen weg.
  • Tulpen und vergoldete Töpfe sind weggelassen.

er zurückkehren, und er denken traurig-ADV, dass er arm-sein, und viel Person reich-sein in Welt

Jezt gieng er wieder zurück, und stellte eine recht traurige Betrachtung bey sich selbst an, was er für ein armer Mensch sey unter so viel reichen Leuten in der Welt.

Anmerkungen (1)
  • „zurückgehen“ = nofe (zurückkehren).

er denken ZITAT SOLL ich AUCH haben Leben gut wie Kannitverstan! und er kommen zu Ecke, und er sehen Gruppe groß tot-Person

Aber als er eben dachte: Wenn ichs doch nur auch einmal so gut bekäme, wie dieser Herr Kannitverstan es hat, kam er um eine Ecke, und erblickte einen großen Leichenzug.

Anmerkungen (2)
  • Ein Wunsch steht mit vo: „Ich soll auch ein gutes Leben haben wie Kannitverstan!“ Die si-Gruppe vergleicht mit dem Subjekt.
  • Tote(r) = vuvelara (tot + -ar-), neuer Begriff. Leichenzug = gena vuvelara (Gruppe des Toten).

vier Pferd schwarz ziehen langsam-ADV und traurig-ADV Fahrzeug-Pferd schwarz tot-Person wie MZ Person die wissen, dass MZ er führen tot-Person zu Ruhe

Vier schwarz vermummte Pferde zogen einen ebenfalls schwarz überzogenen Leichenwagen langsam und traurig, als ob sie wüßten, daß sie einen Todten in seine Ruhe führten.

Anmerkungen (3)
  • Zwei Adverbien mit su stehen beide vor dem Objekt.
  • Leichenwagen = navanaga dofi vuvelara (schwarzer Wagen des Toten; das Adjektiv zählt in der Kette nicht mit). Wagen = navanaga (aus Schleichers Fabel).
  • „als ob“ = si + Relativsatz (Umschreibung).

viel Freund tot-Person folgen Gruppe-zwei-ADV Fahrzeug-Pferd. MZ er haben Kleidung-warm schwarz, und MZ er schweigen. eins Klang-Gegenstand-klein Klang-machen in Ort weit

Ein langer Zug von Freunden und Bekannten des Verstorbenen folgte nach, Paar und Paar, verhüllt in schwarze Mäntel, und stumm. In der Ferne läutete ein einsames Glöcklein.

Anmerkungen (3)
  • „Paar und Paar“ = genadoso (Adverb aus genadosa, Paar).
  • „Bekannte“ ist weggelassen.
  • Glocke = bulota (Klang + -ot-), neuer Begriff. „läuten“ = bulene (Klang + -en-: klingen). pavu (eins) ersetzt „einsam“.

Person-fremd haben Fühlen traurig. alle Person gut haben Fühlen NAH, wenn er sehen tot-Person. Person-fremd stehen ruhig-ADV, und er halten Kleidung-Kopf er selbst in Hand zu Ende

Jezt ergriff unsern Fremdling ein wehmüthiges Gefühl, das an keinem guten Menschen vorübergeht, wenn er eine Leiche sieht, und blieb mit dem Hut in den Händen andächtig stehen, bis alles vorüber war.

Anmerkungen (3)
  • „das an keinem guten Menschen vorübergeht“ = Jeder gute Mensch hat dieses Gefühl. nalu mela gilt für jeden einzelnen, deshalb lo im fi-Satz.
  • „andächtig“ = sepo (ruhig).
  • „bis alles vorüber war“ = va vuriva (bis zum Ende).

Person-männlich letzt Gruppe rechnen leise-ADV Geld das er bekommen von Haar-Pflanze er selbst. Arbeiter halten weich-ADV Kleidung-warm Person-männlich, und er bitten Verzeihen

Doch machte er sich an den Lezten vom Zug, der eben in der Stille ausrechnete, was er an seiner Baumwolle gewinnen könnte, wenn der Zentner um 10 Gulden aufschlüge, ergriff ihn sachte am Mantel, und bat ihn treuherzig um Excüse.

Anmerkungen (3)
  • Baumwolle = lugabima (Haar + Pflanze), neuer Begriff.
  • je lo bamabure: je ist Objekt. Ein vi stünde hier falsch, denn es zählte vom Erzähler aus.
  • „wenn der Zentner um 10 Gulden aufschlüge“ ist weggelassen.

Arbeiter sprechen ZITAT tot-Person gleich-sein VERG möglich-ADV Freund gut du, weil du gehen traurig-ADV mit er. Person-männlich antworten ZITAT Kannitverstan

„Das muß wohl auch ein guter Freund von euch gewesen seyn, sagte er, dem das Glöcklein läutet, daß ihr so betrübt und nachdenklich mitgeht.“ Kannitverstan! war die Antwort.

Anmerkungen (2)
  • po zählt in der wörtlichen Rede vom Sprecher aus: Der Tote war sein Freund.
  • „muß wohl … gewesen sein“ = vedo (vermutlich).

einige Wasser-Auge groß fallen von MZ Auge Arbeiter. und Herz er werden plötzlich-ADV Schwere, und es werden WIEDER Leichtigkeit

Da fielen unserm guten Duttlinger ein paar große Thränen aus den Augen, und es ward ihm auf einmal schwer und wieder leicht ums Herz.

Anmerkungen (1)
  • „schwer ums Herz werden“ = das Herz wird Schwere (bame niva), wie bame bira.

er rufen zu Kannitverstan arm ZITAT du haben Ding FRAGE von Reichtum ganz du in Zeit NAH? ZITAT du haben NUR Kleidung tot-Person und Stoff. ZITAT ich AUCH bekommen ZUK Ding NAH in Ende Leben ich. ZITAT und du haben möglich-ADV eins Pflanze-schön auf Brust kalt du

Armer Kannitverstan, rief er aus, was hast du nun von allem deinem Reichthum? Was ich einst von meiner Armuth auch bekomme: ein Todtenkleid und ein Leintuch, und von allen deinen schönen Blumen vielleicht einen Rosmarin auf die kalte Brust, oder eine Raute.

Anmerkungen (4)
  • Die Anrede („Armer Kannitverstan“) steckt in va Kannitverstan vupili (zu dem armen Kannitverstan).
  • „Totenkleid“ = fega vuvelara, „Leintuch“ = risema (Stoff).
  • „Was ich einst von meiner Armut auch bekomme“ = Ich bekomme das auch am Ende meines Lebens.
  • Rosmarin und Raute = eine Blume.

Arbeiter folgen tot-Person zu Ort-tot wie Gruppe-Person. er sehen, dass MZ Person legen Kannitverstan in Ort-tot. Person-männlich gläubig sprechen in Sprache Holland. Arbeiter verstehen null Wort, aber Sprechen Person-männlich mehr fühlen-machen er als einige Sprechen Deutschland

Mit diesen Gedanken begleitete er die Leiche, als wenn er dazu gehörte, bis ans Grab, sah den vermeynten Herrn Kannitverstan hinabsenken in seine Ruhestätte, und ward von der holländischen Leichenpredigt, von der er kein Wort verstand, mehr gerührt, als von mancher deutschen, auf die er nicht acht gab.

Anmerkungen (5)
  • „als wenn er dazu gehörte“ = si genara (wie ein Mitglied); verglichen wird das Subjekt.
  • Grab = nisavuvela (Ort + Tod), neuer Begriff.
  • „Leichenpredigt“ = ein frommer Mann spricht auf Holländisch.
  • „rühren“ = bukene (fühlen + -en-), neuer Begriff. ro vor dem Verb, die te-Gruppe gehört zu diesem ro.
  • „auf die er nicht acht gab“ ist weggelassen.

Arbeiter weggehen froh-ADV mit MZ Person anders in Ende. er essen froh-ADV Teil Milch-hart Limburg in Haus-schlafen. und er denken immer in Sache Kannitverstan, wenn er traurig-sein WIEDER, dass viel Person reich-sein, und Arbeiter arm-sein. er denken in Sache Haus groß Kannitverstan und Fahrzeug-Wasser reich er und Ort-tot schmal er

Endlich gieng er leichten Herzens mit den andern wieder fort, verzehrte in einer Herberge, wo man Deutsch verstand, mit gutem Appetit ein Stück Limburger Käse, und, wenn es ihm wieder einmal schwer fallen wollte, daß so viele Leute in der Welt so reich seyen, und er so arm, so dachte er nur an den Herrn Kannitverstan in Amsterdam, an sein großes Haus, an sein reiches Schiff, und an sein enges Grab.

Anmerkungen (4)
  • „leichten Herzens“ und „mit gutem Appetit“ = balo (froh).
  • „Herberge“ = dovafema (Hotel). „wo man Deutsch verstand“ ist weggelassen; dafür bräuchte es einen eigenen Satz.
  • „immer wenn“ = nalo + fi-Satz. Am Ende steht tavara statt lo luti: lo luti zeigte auf das nächste Subjekt davor, und das ist pulu mela.
  • Der Schluss behält Hebels Dreiklang: Haus, Schiff, Grab. di tama gilt für alle drei mit su verbundenen Nomen; lo meint Kannitverstan, das zeigt der Zusammenhang.