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10. Oktober 2026 · aus dem Deutschen · 10 Sätze

Die Sterntaler

Quelle: Brüder Grimm, Kinder- und Haus-Märchen, 7. Auflage 1857, Nr. 153 (gemeinfrei), Text nach de.wikisource.org.

Wörtlich: MZ = ma, NICHT = ne, SOLL = vo, ZITAT = re, NAH = hi, FERN = da, NUR = so, NOCH = ku, SCHON = ti, AUCH = mo, WIEDER = ha. Zusammensetzungen mit Bindestrich.

Ganzer Text am Stück

pinanira vubiri vele di lusa da. lisalafa lo su lisanira lo vuvele ti. lo pulu vupile. lo bure ku ne dovanifisa fu vela, su lo bure ku ne femotisa fu fema. lo bure so fega su nifisa buga je pira nuvi beve ti va lo. ho lo rale su lupe. lo lide lavema rali, su lo nube vumepo va nibora, ke nomu mela dube lo. lo meve melalafa vupili di nibora. melalafa sene re „vo tu beve nama va mi!“ re „mi bure pulu duranama.“ pinanira beve nifisa nali buga va melalafa. su lo sene re „vo lavema beve rala va tu!“ su lo nube ku. pina vuluti je vubale gole. lo sene re „rila mi pulu vuride.“ re „vo tu beve tama fu rila mi va mi!“ su pinanira beve fegarila lo luti va pina da. pinanira nube ku ru lusa vubiri, su pina vuluti gole ha. lo bure ne fegarana, su lo vuride. su pinanira beve fegarana lo luti va lo. pinanira nube ku, su pina vuluti tane fegabena. pinanira beve mo fegabena lo luti va lo. pinanira gole va nisagera di vuriva, su nika gole ti. pina vuluti gole ha su tane fegapuka. pinanira lupi kile re „lusa hi nike.“ re „nomu mela vese tu.“ re „tu pune beva fegapuka tu.“ su pinanira beve mo fegapuka lo luti. pinanira bure ku ne tama. ma buva lare bilero ko goka. su ma lo bove, su ma lo tade su lume. pinanira beve ti fegapuka lo luti, ho lo bure fegapuka guni. su risema fegapuka hi pulu rale. pinanira genene ma bova di fegapuka hi, su lo pile ru lusa vela nali lo.

Es war einmal ein kleines Mädchen, dem war Vater und Mutter gestorben, und es war so arm, daß es kein Kämmerchen mehr hatte darin zu wohnen und kein Bettchen mehr darin zu schlafen … … und endlich gar nichts mehr als die Kleider auf dem Leib und ein Stückchen Brot in der Hand, das ihm ein mitleidiges Herz geschenkt hatte. Es war aber gut und fromm. Und weil es so von aller Welt verlassen war, gieng es im Vertrauen auf den lieben Gott hinaus ins Feld. Da begegnete ihm ein armer Mann, der sprach „ach, gib mir etwas zu essen, ich bin so hungerig.“ Es reichte ihm das ganze Stückchen Brot und sagte „Gott segne dirs“ und gieng weiter. Da kam ein Kind das jammerte und sprach „es friert mich so an meinem Kopfe, schenk mir etwas, womit ich ihn bedecken kann.“ Da that es seine Mütze ab und gab sie ihm. Und als es noch eine Weile gegangen war, kam wieder ein Kind und hatte kein Leibchen an und fror: da gab es ihm seins: und noch weiter, da bat eins um ein Röcklein, das gab es auch von sich hin. Endlich gelangte es in einen Wald, und es war schon dunkel geworden, da kam noch eins und bat um ein Hemdlein, und das fromme Mädchen dachte „es ist dunkle Nacht, da sieht dich niemand, du kannst wohl dein Hemd weg geben,“ und zog das Hemd ab und gab es auch noch hin. Und wie es so stand und gar nichts mehr hatte, fielen auf einmal die Sterne vom Himmel, und waren lauter harte blanke Thaler: … … und ob es gleich sein Hemdlein weg gegeben, so hatte es ein neues an und das war vom allerfeinsten Linnen. Da sammelte es sich die Thaler hinein und war reich für sein Lebtag.

Satz für Satz (10 Sätze)

Kind-weiblich klein leben in Zeit FERN. Elternteil-männlich es und Elternteil-weiblich es tot-sein SCHON. es viel arm-sein. es haben NOCH NICHT Haus-Teil-klein für Leben, und es haben NOCH NICHT schlafen-Gegenstand-klein für Schlafen

Es war einmal ein kleines Mädchen, dem war Vater und Mutter gestorben, und es war so arm, daß es kein Kämmerchen mehr hatte darin zu wohnen und kein Bettchen mehr darin zu schlafen …

Anmerkungen (4)
  • „gestorben“ = vuvele ti (schon tot sein); ein Partizip gibt es nicht. „sterben“ selbst wäre vukide.
  • „so arm, dass …“ ist in zwei Sätze geteilt: Es ist sehr arm. Es hat kein Zimmer mehr …
  • Kämmerchen = Zimmer + -is- (dovanifisa), Bettchen = Bett + -is- (femotisa). Verkleinerungen lassen sich frei bilden.
  • lo nach jedem su wiederholt: Bei lisalafa su lisanira lo gälte der Besitzer nur für die Mutter.

es haben NUR Kleidung und Teil-klein Brot das Herz freundlich geben SCHON zu es. aber es gut-sein und gläubig-sein

… und endlich gar nichts mehr als die Kleider auf dem Leib und ein Stückchen Brot in der Hand, das ihm ein mitleidiges Herz geschenkt hatte. Es war aber gut und fromm.

Anmerkungen (4)
  • „gar nichts mehr als“ = bure so (hat nur). „auf dem Leib“ und „in der Hand“ sind weggelassen, sonst stünde eine Präpositionsgruppe vor dem Relativsatz.
  • Der Relativsatz steht am Ende, weil er bis zum Satzende reicht. je + Nomen + Verb: je ist Objekt.
  • „mitleidig“ = nuvi (freundlich, wie ein Freund).
  • „gut und fromm sein“: zwei Verben mit su zählen als eines.

es vertrauen Gott gut, und es gehen hinaus zu Feld, weil null Person helfen es

Und weil es so von aller Welt verlassen war, gieng es im Vertrauen auf den lieben Gott hinaus ins Feld.

Anmerkungen (2)
  • Der Nebensatz steht hinter dem Hauptsatz. „von aller Welt verlassen“ = niemand hilft ihm.
  • Das Vertrauen auf Gott steht vorne: Ein su-Satz nach dem ke-Satz gehörte noch zum Nebensatz, es hieße dann „weil niemand ihm hilft und es Gott vertraut“.

es treffen Person-männlich arm in Feld. Person-männlich sprechen ZITAT SOLL du geben Essen zu MZ ich! ZITAT ich haben viel Wollen-Essen

Da begegnete ihm ein armer Mann, der sprach „ach, gib mir etwas zu essen, ich bin so hungerig.“

Anmerkungen (2)
  • hungrig sein = Hunger haben: bure duranama (Entscheidung 79; duraname hieße „ein Hunger sein“). pulu steht als Mengenwort vor dem Nomen: viel Hunger.
  • „ach“ ist weggelassen; Ausrufe gibt es noch nicht.

Kind-weiblich geben Teil-klein ganz Brot zu Person-männlich. und es sprechen ZITAT SOLL Gott geben Gutes zu du! und es gehen NOCH

Es reichte ihm das ganze Stückchen Brot und sagte „Gott segne dirs“ und gieng weiter.

Anmerkungen (3)
  • nali steht direkt hinter nifisa: das ganze Stückchen, nicht das ganze Brot.
  • „segnen“ = Gutes geben (beve rala).
  • Das Zitat muss am Satzende stehen; „und ging weiter“ ist deshalb ein eigener Satz.

Kind anders das traurig-sein kommen. es sprechen ZITAT Kopf ich viel kalt-sein. ZITAT SOLL du geben Ding für Kopf ich zu ich! und Kind-weiblich geben Kleidung-Kopf es selbst zu Kind FERN

Da kam ein Kind das jammerte und sprach „es friert mich so an meinem Kopfe, schenk mir etwas, womit ich ihn bedecken kann.“ Da that es seine Mütze ab und gab sie ihm.

Anmerkungen (3)
  • Der Relativsatz am Subjekt endet beim Verb des Hauptsatzes (gole).
  • „womit ich ihn bedecken kann“ = etwas für meinen Kopf.
  • fegarila lo luti = ihre eigene Mütze: lo luti zeigt auf das Subjekt des eigenen Satzes, das Mädchen.

Kind-weiblich gehen NOCH durch Zeit klein, und Kind anders kommen WIEDER. es haben NICHT Kleidung-Körper, und es kalt-sein. und Kind-weiblich geben Kleidung-Körper es selbst zu es. Kind-weiblich gehen NOCH, und Kind anders bitten Kleidung-lang. Kind-weiblich geben AUCH Kleidung-lang es selbst zu es

Und als es noch eine Weile gegangen war, kam wieder ein Kind und hatte kein Leibchen an und fror: da gab es ihm seins: und noch weiter, da bat eins um ein Röcklein, das gab es auch von sich hin.

Anmerkungen (3)
  • „eine Weile“ = ru lusa vubiri (eine kurze Zeit lang; ru = Dauer).
  • Leibchen = Kleidung + Körper, Röcklein = Kleidung + lang, Hemd = Kleidung + Haut. So bleiben die drei Kleidungsstücke unterscheidbar.
  • „bat um“ = tane + Objekt.

Kind-weiblich kommen zu Ort-Baum in Ende, und Nacht kommen SCHON. Kind anders kommen WIEDER und bitten Kleidung-Haut. Kind-weiblich gläubig denken ZITAT Zeit NAH Nacht-sein. ZITAT null Person sehen du. ZITAT du können Geben Kleidung-Haut du. und Kind-weiblich geben AUCH Kleidung-Haut es selbst

Endlich gelangte es in einen Wald, und es war schon dunkel geworden, da kam noch eins und bat um ein Hemdlein, und das fromme Mädchen dachte „es ist dunkle Nacht, da sieht dich niemand, du kannst wohl dein Hemd weg geben,“ und zog das Hemd ab und gab es auch noch hin.

Anmerkungen (4)
  • „es war schon dunkel geworden“ = die Nacht ist schon gekommen.
  • „es ist Nacht“ = nike (Ding + -e: eine Nacht sein).
  • Denken mit wörtlicher Rede: kile re „…“ Im Zitat spricht das Mädchen mit sich selbst, deshalb tu.
  • „kannst … weggeben“ = pune beva (können + Geben als Nomen).

Kind-weiblich haben NOCH NICHT Ding. MZ Stern fallen plötzlich von Himmel. und MZ es Geld-sein, und MZ es hart-sein und hell-sein

Und wie es so stand und gar nichts mehr hatte, fielen auf einmal die Sterne vom Himmel, und waren lauter harte blanke Thaler: …

Anmerkungen (2)
  • „auf einmal“ = bilero (plötzlich), direkt nach dem Verb.
  • „Thaler“ = Geld. „waren harte blanke Thaler“ = sie sind Geld, und sie sind hart und glänzend. Ein Ding-Verb (bove) kann kein Adjektiv tragen, deshalb ein zweiter Satzteil.

Kind-weiblich geben SCHON Kleidung-Haut es selbst, aber es haben Kleidung-Haut neu. und Stoff Kleidung-Haut NAH viel gut-sein. Kind-weiblich Gruppe-machen MZ Geld in Kleidung-Haut NAH, und es reich-sein durch Leben ganz es

… und ob es gleich sein Hemdlein weg gegeben, so hatte es ein neues an und das war vom allerfeinsten Linnen. Da sammelte es sich die Thaler hinein und war reich für sein Lebtag.

Anmerkungen (3)
  • „obwohl“ = Sätze mit ho (Umschreibung).
  • „vom allerfeinsten Linnen“ = der Stoff dieses Hemdes ist sehr gut.
  • „für sein Lebtag“ = ru lusa vela nali lo (die Zeit seines ganzen Lebens lang; Dauer steht mit einem Zeit-Nomen).