Quelle: Brüder Grimm, Kinder- und Haus-Märchen, 7. Auflage 1857, Nr. 103 (gemeinfrei), Text nach de.wikisource.org.
Wörtlich: MZ = ma, NICHT = ne, SOLL = vo, ZITAT = re, NAH = hi, FERN = da, NUR = so, NOCH = ku, SCHON = ti, WIEDER = ha. Zusammensetzungen mit Bindestrich.
Es war einmal ein armes frommes Mädchen, das lebte mit seiner Mutter allein, und sie hatten nichts mehr zu essen. Da gieng das Kind hinaus in den Wald, und begegnete ihm da eine alte Frau, die wußte seinen Jammer schon und schenkte ihm ein Töpfchen, … … zu dem sollt es sagen „Töpfchen, koche,“ so kochte es guten süßen Hirsenbrei, und wenn es sagte „Töpfchen, steh,“ so hörte es wieder auf zu kochen. Das Mädchen brachte den Topf seiner Mutter heim, und nun waren sie ihrer Armuth und ihres Hungers ledig und aßen süßen Brei so oft sie wollten. Auf eine Zeit war das Mädchen ausgegangen, da sprach die Mutter „Töpfchen, koche,“ da kocht es, und sie ißt sich satt; nun will sie daß das Töpfchen wieder aufhören soll, aber sie weiß das Wort nicht. Also kocht es fort, und der Brei steigt über den Rand hinaus und kocht immer zu, die Küche und das ganze Haus voll, und das zweite Haus und dann die Straße, als wollts die ganze Welt satt machen, und ist die größte Noth, und kein Mensch weiß sich da zu helfen. Endlich, wie nur noch ein einziges Haus übrig ist, da kommt das Kind heim, und spricht nur „Töpfchen, steh,“ da steht es und hört auf zu kochen; und wer wieder in die Stadt wollte, der mußte sich durchessen.
Kind gehen zu Ort-Baum. es treffen Person-weiblich alt in Ort FERN. Person-weiblich wissen SCHON Traurigkeit es, und es selbst geben Behälter-kochen-klein zu Kind
Da gieng das Kind hinaus in den Wald, und begegnete ihm da eine alte Frau, die wußte seinen Jammer schon und schenkte ihm ein Töpfchen, …
Anmerkungen (4)
Wald = Ort + Baum (nisagera). Seit Baum eine eigene Wurzel hat (gera), hat das Wort vier statt sechs Silben.
„Jammer“ = vubala (Traurigkeit, von vu- + froh).
lo luti zeigt auf das letzte Subjekt davor, die Frau. Ein bloßes lo könnte auch das Kind meinen.
Behälter-kochen-klein kochen Essen-weich gut süß, wenn Kind sprechen ZITAT SOLL Behälter-kochen-klein kochen! und Behälter-kochen-klein aufhören Kochen, wenn Kind sprechen ZITAT SOLL Behälter-kochen-klein aufhören!
… zu dem sollt es sagen „Töpfchen, koche,“ so kochte es guten süßen Hirsenbrei, und wenn es sagte „Töpfchen, steh,“ so hörte es wieder auf zu kochen.
Anmerkungen (4)
Der Zauberspruch ist eine Aufforderung an den Topf: vo + Subjekt.
Brei = Essen + weich (namavutada, gebaut wie namalima). „Hirse“ ist weggelassen.
Der fi-Satz steht hinter dem Hauptsatz. Weil der Satz mit einem Zitat endet, steht das Satzzeichen des Zitats.
„aufhören zu kochen“ = aufhören + Kochen als Nomen (keine Verbkette).
Kind-weiblich halten-kommen Behälter-kochen-klein zu Elternteil-weiblich es. MZ es frei-sein von Armut und Wollen-Essen nach Ding NAH, und MZ es essen immer Essen-weich süß, wenn MZ es wollen
Das Mädchen brachte den Topf seiner Mutter heim, und nun waren sie ihrer Armuth und ihres Hungers ledig und aßen süßen Brei so oft sie wollten.
Kind-weiblich gehen hinaus in eins Zeit. Elternteil-weiblich sprechen ZITAT SOLL Behälter-kochen-klein kochen! und Behälter-kochen-klein kochen, und Elternteil-weiblich essen, und sie selbst voll-sein. Elternteil-weiblich wollen, dass SOLL Behälter-kochen-klein aufhören WIEDER. aber Elternteil-weiblich wissen NICHT Wort
Auf eine Zeit war das Mädchen ausgegangen, da sprach die Mutter „Töpfchen, koche,“ da kocht es, und sie ißt sich satt; nun will sie daß das Töpfchen wieder aufhören soll, aber sie weiß das Wort nicht.
Anmerkungen (3)
„hinaus“ = vumepo (außen + -o).
„sich satt essen“ = essen und voll sein. Ob „satt“ ein eigener Begriff ist, steht unten.
„aber sie weiß …“ ist ein neuer Satz. Hinter dem de-Satz würde ein ho-Satz sonst zum de-Satz gehören. Dort steht lisanira statt lo luti, denn das nächste Subjekt davor ist der Topf.
Behälter-kochen-klein kochen NOCH von Grund NAH. und Essen-weich gehen-hoch von Behälter-kochen-klein, und es selbst voll-machen Kochen-Ort und Haus ganz und Haus zweiter und Weg-groß. Behälter-kochen-klein kochen wie Ding das wollen Machen-voll Welt ganz. Problem viel groß-sein, und null Person wissen, dass er helfen Art FRAGE
Also kocht es fort, und der Brei steigt über den Rand hinaus und kocht immer zu, die Küche und das ganze Haus voll, und das zweite Haus und dann die Straße, als wollts die ganze Welt satt machen, und ist die größte Noth, und kein Mensch weiß sich da zu helfen.
Anmerkungen (4)
„fort“ = ku (noch). „Also“ = ko vera hi (deshalb), im Rest.
In der Aufzählung steht su zwischen allen Gliedern. Mit Kommas allein würden dova nali und dova zu einer Nomenkette verschmelzen.
„als wollts …“ (als ob) gibt es nicht; umschrieben mit si + Relativsatz: wie ein Ding, das die ganze Welt füllen will.
„sich zu helfen wissen“ = wissen, wie man hilft (indirekte Frage im de-Satz).
eins Haus NUR voll-sein SCHON NICHT in Ende. Kind kommen zu Haus es in Zeit FERN, und es sprechen NUR ZITAT SOLL Behälter-kochen-klein aufhören! und Behälter-kochen-klein aufhören Kochen. und Person die wollen Gehen zu Stadt müssen Essen durch Essen-weich
Endlich, wie nur noch ein einziges Haus übrig ist, da kommt das Kind heim, und spricht nur „Töpfchen, steh,“ da steht es und hört auf zu kochen; und wer wieder in die Stadt wollte, der mußte sich durchessen.
Anmerkungen (4)
„nur noch ein Haus übrig“ = nur ein Haus ist noch nicht voll (ti ne = nicht schon = noch nicht).
„spricht nur“ = sene so: so hinter dem Verb bezieht sich auf das Sprechen.
„wer …, der …“ = Person + Relativsatz als Subjekt. Der Relativsatz endet beim nächsten Verb (tome).
„sich durchessen“ = Essen durch den Brei (ru = durch).