4. Grammatik
Grundsätze
In den Lektionen: Lektion 2: Der erste Satz
- Kein Geschlecht, keine Artikel.
- Keine Fälle. Rollen ergeben sich aus der festen Wortstellung.
- Präpositionen für Ort, Zeit, Empfänger, Werkzeug.
- Verben ändern sich nie (keine Personalendungen, keine Zeitformen).
- Zeit nur bei Bedarf durch ein Kurzwort nach dem Verb (name po = aß).
- Mehrzahl nur bei Bedarf durch ein Kurzwort vor dem Nomen (ma dova = Häuser); nach Zahlen entfällt es.
- Adjektive bleiben unverändert und stehen nach dem Nomen (nama limi = grünes Essen). Steigerung mit ro (mehr): ro biri = größer.
- Verneinung durch ein Kurzwort nach dem verneinten Wort (gome ne = ist nicht schwer).
- Fragen durch das Fragewort ka; die Wortstellung bleibt gleich.
- Keine Höflichkeitsformen in der Grammatik (kein Du/Sie).
Einzelheiten zu allen Kurzwörtern: Kapitel 6.
Nomen mit Menge und Eigenschaft
In den Lektionen: Lektion 5: Mengen und Zahlen
Menge – Nomen – Eigenschaft.
- Mengenwörter stehen vor dem Nomen: Grundzahlen, das Mehrzahl-Kurzwort und alle weiteren Mengenwörter. Mengenwörter, die keine Kurzwörter sind, enden wie die Zahlen auf -u (z. B. „viele“, „alle“). Eine Zahl beschreibt ein Ding nicht, sie zählt es.
- Eigenschaften stehen nach dem Nomen: Adjektive (Endung -i), auch Ordnungszahlen.
- Die Endungen zeigen die Grenzen: -u gehört immer zum folgenden Wort, -i zum vorangehenden. Meist folgt auf -u ein Nomen; vor einem Adjektiv bemisst es die Eigenschaft (pulu biri = sehr groß).
- Vor einem Verb bemisst ein Mengenwort das Verb: mi ro name = ich esse mehr, lo pulu vupile = es ist sehr arm. Ein Mengenwort vor dem Subjekt bemisst weiter das Subjekt (pulu mela name = viele Menschen essen); das bleibt eindeutig, weil vor dem Verb schon ein Subjekt steht.
| Senatola | Wörtlich | Bedeutung |
|---|---|---|
| kiru dova | drei Haus | drei Häuser |
| kiru dova vubiri | drei Haus klein | drei kleine Häuser |
| dosu beku kiru dova | zwei Zehner drei Haus | 23 Häuser |
| dova kiri | Haus dritter | das dritte Haus |
Mehrere Mengenwörter
In den Lektionen: Lektion 20: Mengen genauer
Das vordere Mengenwort bemisst alles, was folgt, genau wie in Zahlen (dosu beku = zwei Zehner). Aufeinanderfolgende Zahlwörter bilden dabei zusammen eine Zahl (Kapitel 5) und zählen als ein Mengenwort: dosu beku kiru dova = 23 Häuser, nicht „zwei Zehner von drei Häusern“. Dazu gehören auch das Komma nutu und die Rechenwörter (petu, nipu, gemu, vegu): dosu nutu lahu seta = 2,5 Stunden.
| Senatola | Wörtlich | Bedeutung |
|---|---|---|
| kiru ro dova | drei mehr Haus | drei Häuser mehr |
| ro dova te kiru dova | mehr Haus als drei Haus | mehr als drei Häuser |
| nalu kiru dova | alle drei Haus | alle drei Häuser |
„Mehr als drei“ wird immer mit te und wiederholtem Nomen gesagt.
Ein Mengenwort steht nie ohne sein Nomen, auch nicht als Antwort: „Wie viele Kinder?“ – kiru pina. Ist die Zahl selbst gemeint, steht die -a-Form: kira = die Drei.
Mengen gelten für jedes einzelne
In den Lektionen: Lektion 20: Mengen genauer
Eine Menge gilt für jedes einzelne Glied: ma mi name pavu nama. = Jeder von uns isst ein Essen. Soll es gemeinsam sein, sagt man das mit dem Adverb aus „zusammen“ (medo). Deshalb braucht „jeder“ kein eigenes Wort neben „alle“.
Reihenfolge nach dem Nomen
In den Lektionen: Lektion 9: Fragewörter und Zeigen · Lektion 10: Mein, dein: Nomen + Nomen
Menge – Nomen – Kurzwörter zum Nomen – Adjektive – bestimmende Nomen: kiru dova hi biri mi = diese drei großen Häuser von mir.
- Kurzwörter (hi, da, ka, mo, so, ha, ne) stehen direkt hinter dem Wort, auf das sie sich beziehen. Hinter einem Adjektiv beziehen sie sich auf das Adjektiv: dova biri ne = ein nicht großes Haus.
- Zeigewörter stehen deshalb nie hinter einem Adjektiv; „so groß“ = duvu hi biri (so viel groß).
Teilmengen
In den Lektionen: Lektion 20: Mengen genauer
Die Zahl als Ding (-a) mit Nomen + Nomen: dosa kiru dova = zwei der drei Häuser (wörtlich: die Zwei der drei Häuser), pava ma mi = einer von uns.
Nomen + Nomen
In den Lektionen: Lektion 10: Mein, dein: Nomen + Nomen
Stehen zwei Nomen direkt hintereinander, bestimmt das zweite das erste, wie ein Adjektiv: rava Senatola = das Lernen von Senatola. Ein doppeltes Objekt gibt es nicht (Empfänger stehen mit Präposition), daher kann das nie mit einem zweiten Objekt verwechselt werden.
- Ketten: Jedes Nomen bestimmt das nächste Nomen links davon; Adjektive und Kurzwörter dazwischen zählen nicht mit. rava sena toli mi = das Lernen meiner klaren Sprache, rava toli sena mi = das klare Lernen meiner Sprache.
- Zwei Nomen verschmelzen immer, sobald sie nebeneinanderstehen, auch über eine Satzgrenze hinweg. Deshalb stehen Nebensätze hinten, und Sätze werden immer mit einem Bindewort verbunden (siehe „Ein Verb pro Teilsatz“). Bei jeder neuen Regel ist zu prüfen, ob durch sie zwei Nomen nebeneinander geraten können.
- Tätigkeit + Person: nama lo ist „sein Essen“. Ob eine Person nach einem Tätigkeits-Nomen handelt oder betroffen ist, legt Nomen + Nomen nicht fest. Wenn es darauf ankommt, wird umschrieben: Die handelnde Person wird Subjekt eines Satzes, die betroffene steht mit Präposition (fu, va).
- Tätigkeit im Objekt: Steht eine Tätigkeit als Objekt eines Verbs (siehe „Zwei Verben“), handelt immer das Subjekt; ein Nomen dahinter ist betroffen: mi dure duba tu = ich will dir helfen, mi pune sena Senatola = ich kann Senatola sprechen. „Ich will deine Hilfe“ = mi dure, de tu dube mi.
- Namen: Ein Name nach einem Nomen bestimmt es wie jedes Nomen: dova Marc = Marcs Haus. Einen Beisatz („das Kind Marc“) gibt es durch bloßes Nebeneinander nicht; er wird mit meba gesagt: pina je bure meba Marc. Fremde Namen behalten ihre Schreibweise; der große Anfangsbuchstabe zeigt, dass es ein Name ist.
Bezug von Adjektiven
In den Lektionen: Lektion 3: Eigenschaften · Lektion 10: Mein, dein: Nomen + Nomen
Ein Adjektiv bezieht sich immer auf das Nomen direkt davor.
| Senatola | Wörtlich | Bedeutung |
|---|---|---|
| rava sena toli | Lernen Sprache klar | das Lernen einer klaren Sprache |
| rava toli sena | Lernen klar Sprache | klares Lernen von Sprache |
Satzbau
In den Lektionen: Lektion 2: Der erste Satz · Lektion 4: Sein ohne „sein“
Subjekt – Verb – Objekt – Rest.
- Das erste Nomen ist immer der Handelnde oder das, worum es geht. Sonst wäre „Hund beißen Mann“ mehrdeutig.
- Es gibt kein Wort für „ist“: Eigenschafts-Wurzel + -e = „… sein“ (tole = klar sein), Ding-Wurzel + -e = „ein … sein“ (dove = ein Haus sein), lute = „derselbe sein“ für Sätze wie „Er ist mein Freund“. Sonst wäre sena toli doppeldeutig (klare Sprache oder: die Sprache ist klar).
| Senatola | Wörtlich | Bedeutung |
|---|---|---|
| sena tole. | Sprache klar-sein | Die Sprache ist klar. |
| ravasena gome. | Lernen-Sprache schwer-sein | Sprachenlernen ist schwer. |
| rava Senatola vugome. | Lernen Senatola leicht-sein | Senatola zu lernen ist leicht. |
| rava Senatola gome ne. | Lernen Senatola schwer-sein NICHT | Senatola zu lernen ist nicht schwer. |
Präpositionsgruppen gehören zum Satz
In den Lektionen: Lektion 7: Wo? Orte · Lektion 18: Womit und wo genau?
Eine Präpositionsgruppe bestimmt nie ein Nomen, sondern immer den ganzen Satz. mi name nama di dova. heißt „Ich esse (das) Essen im Haus“ im Sinn von „im Haus esse ich“. Soll das Essen gemeint sein, das im Haus ist, braucht es einen Relativsatz mit fale (sich befinden): mi name nama je fale di dova. Mehrere Präpositionsgruppen stehen in beliebiger Reihenfolge.
Andersherum ginge es nicht: Jede Stelle im Satz liegt hinter einem Nomen. Für Angaben zum ganzen Satz bliebe kein Platz, und vor dem Objekt würden sie mit ihm verschmelzen.
Was jedes Verhältniswort bedeutet, steht in Kapitel 6. Wichtig: ga ist nur Begleitung, Werkzeug und Mittel stehen mit ru (mi name ru namota = ich esse mit Besteck).
Dauer, „seit“ und Grund: ru und ko zeigen Dauer und „seit“ nur mit einem Zeit-Nomen: ru kiru basa = drei Jahre lang, ko nupa vudoki = seit gestern, ru lusa vesagefa = während des Lesens. Ohne Zeit-Nomen heißt ru Weg oder Mittel (mi rave Senatola ru vesagefa = durch Lesen) und ko Herkunft (ko dova = aus dem Haus). Ein Grund steht immer mit vera: ko vera nama = wegen des Essens, wie ko vera ka = warum.
Lage: Wo etwas ist, steht wie jede Ortsangabe mit di nisa + Adjektiv: di nisa tari = oben, di nisa vutari = unten, di nisa vuluri = hinten, di nisa vumepi = außen. „neben“ und „zwischen“ mit einem Lage-Nomen: di goba dova = neben dem Haus, di rafa ma dova = zwischen den Häusern; „zwischen A und B“ siehe Umschreibungen.
Zeitangaben
In den Lektionen: Lektion 8: Wann? Zeit · Lektion 9: Fragewörter und Zeigen · Lektion 19: Zahlen im Alltag
Zeitangaben stehen immer mit Präposition im Rest. Ohne Präposition wäre das erste Nomen nach dem Verb das Objekt.
| Wort | Zeit | Beispiel |
|---|---|---|
| di | Zeitpunkt | di nupa hi = heute |
| ru | Dauer | ru kiru basa = drei Jahre lang (in der Gegenwart: seit drei Jahren) |
| ko | ab, seit | ko nupa vudoki = seit gestern |
| va | bis | va nupa doki = bis morgen |
| le / gi | vor / nach | gi tama hi = danach |
| le / gi + Menge + Zeit-Nomen | Abstand | le kiru basa = vor drei Jahren, gi dosu nupa = in zwei Tagen |
Dauer und „seit“ stehen nur mit einem Zeit-Nomen (Tag, Jahr, lusa …), sonst heißen ru und ko „durch“ und „von“ (siehe oben).
Abstand: le und gi mit einem Mengenwort und einem Zeit-Nomen nennen den Abstand zu der Zeit, um die es gerade geht. Im Gespräch ist das jetzt, in einer Geschichte der Zeitpunkt des Satzes davor. mi gole po le kiru basa. = Ich bin vor drei Jahren gekommen. lo gole vi gi dosu nupa. = Er kommt in zwei Tagen. In einer Geschichte: lo vele ku gi kiru nupa. = Drei Tage später lebte er noch. Gefragt wird mit duvu ka: le duvu ka basa = vor wie vielen Jahren. Ohne Mengenwort bleibt es „vor“ oder „nach“ einem Zeitpunkt oder Ereignis: le nama = vor dem Essen, gi nupa hi = nach diesem Tag. Soll mitten in einer Geschichte vom Jetzt aus gezählt werden, nennt ein eigener Satz den Bezug.
- po und vi zählen immer vom Sprechzeitpunkt aus, auch im Nebensatz. In der wörtlichen Rede zählen sie, wie die Personwörter, aus Sicht des Zitierten: lo sene po re „mi name vi.“ = Er sagte: „Ich werde essen.“
- Nah und fern in der Zeit: hi oder da hinter po oder vi. lo gole po da. = Er kam vor langer Zeit. lo gole vi hi. = Er kommt gleich. Am Zeit-Nomen ebenso: di lusa po da = vor langer Zeit, di lusa vi da = in ferner Zukunft.
- Häufigkeit: -o an einer Mengen-Wurzel: kiro = dreimal, nomo = nie, nalo = immer, pulo = oft.
Adverbien
In den Lektionen: Lektion 12: Wollen, können, müssen
Ein Adverb (-o) steht direkt nach dem Verb und seinen Kurzwörtern, vor dem Objekt: mi rave sevo Senatola. = Ich lerne Senatola schnell. Wie immer verneint ne das Wort davor: mi rave sevo ne Senatola. = Ich lerne Senatola nicht schnell.
Thema
In den Lektionen: Lektion 17: Erzählen
Das Thema („über“, „an“, „nach“) steht mit di tama + Nomen, wörtlich „in der Sache von …“: ma mi sene di tama tamagefa = wir sprechen über das Buch, mi kile di tama tu = ich denke an dich, lo pabe di tama meba mi = er fragt nach meinem Namen. Das Objekt bleibt, was gesagt wird: lo sene po tama ka? = Was hat er gesagt? „ein Buch über Tiere“ = tamagefa vema (Nomen + Nomen). Das ist keine neue Regel, nur Präposition + Nomen + Nomen.
Zwei Verben
In den Lektionen: Lektion 12: Wollen, können, müssen
Ein Teilsatz hat nie zwei Verben hintereinander: keine Verbkette. Zwei Verben direkt nacheinander gibt es nur an der Grenze zweier Teilsätze, etwa am Ende eines Relativsatzes am Subjekt: pina je name vubire. = Das Kind, das isst, ist klein. Ergänzt ein Verb eine Tätigkeit, steht sie als Nomen im Objekt: mi rave sena Senatola. = Ich lerne, Senatola zu sprechen. Ebenso dure nama = essen wollen und bame bira = groß werden. Handelt jemand anderes, folgt ein de-Satz: mi sene, de vo tu name. Zeit und Verneinung stehen wie immer nach dem Verb.
Ein Verb pro Teilsatz
In den Lektionen: Lektion 10: Mein, dein: Nomen + Nomen · Lektion 12: Wollen, können, müssen · Lektion 14: Sätze verbinden
- Jeder Teilsatz hat genau ein Verb; mit su, jo oder ho verbundene Verben zählen als eines. Daran erkennt man, wo ein Relativsatz endet (siehe „Relativsätze“).
- Mehrere Hauptsätze in einem Satz werden immer mit einem Bindewort verbunden: mi name nama, su tu rave Senatola. Ohne su hieße nama tu „dein Essen“.
- Das Verb fällt nie weg („ich Essen, du Wasser“), sonst verschmelzen die Nomen. Objekt und Rest dürfen wegfallen, wenn sie klar sind.
Satzarten
In den Lektionen: Lektion 6: Nein, ja und Fragen · Lektion 13: Aufforderungen
Ja-Nein-Frage und Aufforderung sind am ersten Wort erkennbar, die Ergänzungsfrage am ka hinter einem Wort (tu name nama ka? = Welches Essen isst du?). Der Rest des Satzes bleibt ein normaler Satz mit Subjekt – Verb – Objekt.
| Satzanfang | Satzart | Satzzeichen | Beispiel |
|---|---|---|---|
| (kein Wort) | Aussage | . | tu name nama. = Du isst Essen. |
| ka | Ja-Nein-Frage | ? | ka tu name nama? = Isst du Essen? |
| vo | Aufforderung | ! | vo tu name nama! = Iss Essen! |
Die Aufforderung behält ihr Subjekt. Dadurch deckt vo mehr ab als der deutsche Befehl:
| Senatola | Bedeutung |
|---|---|
| vo ma tu name nama! | Esst! |
| vo tu name ne! | Iss nicht! |
| vo ma mi rave Senatola! | Lasst uns Senatola lernen! |
| vo lo name! | Er soll essen! |
| vo sena tole! | Die Sprache soll klar sein! |
Höflichkeit ist Sache des Wortschatzes, nicht der Grammatik.
Kurzsätze
In den Lektionen: Lektion 4: Sein ohne „sein“ · Lektion 6: Nein, ja und Fragen
Ein Kurzsatz ist ein eigener Satz ohne Verb, der nur aus einer Gruppe besteht: eine Antwort, ein Nachtrag oder ein Gruß. Er folgt denselben Regeln für die Satzart.
| Senatola | Bedeutung |
|---|---|
| ja. | Ja. |
| mi. | Ich. (Antwort auf „Wer …?“) |
| lo mo. | Er auch. |
| ka tu mo? | Du auch? (Und du?) |
| kiru pina. | Drei Kinder. (Antwort auf „Wie viele Kinder?“) |
| di dova. | Im Haus. (Antwort auf „Wo …?“) |
| feva. | Hallo. |
| va nupa doki. | Bis morgen. |
Kurzsätze gibt es nur als eigenen Satz, nie innerhalb eines Satzes (siehe „Ein Verb pro Teilsatz“). Sonst gerieten zwei Nomen nebeneinander: „Ich esse Brot, du Wasser“ als mi name buga, su tu nima hieße „Ich esse Brot und dein Wasser“, denn su verbindet buga mit tu nima. Richtig ist mi name buga, su tu name nima. oder zwei Sätze. Ein Kurzsatz behält dabei seine Satzart: ka tu mo? ist eine Frage, ja. eine Aussage.
Mehrere Hauptsätze
In den Lektionen: Lektion 14: Sätze verbinden
- Das Satzart-Wort am Satzanfang gilt für den ganzen Satz, auch für alle mit su, jo oder ho verbundenen Hauptsätze: ka tu name, su lo sene? = Isst du, und spricht er?
- Hauptsätze mit verschiedener Satzart stehen nie in einem Satz, sondern in zwei Sätzen.
- Ein Satz darf mit su, jo oder ho beginnen; er schließt dann an den vorigen Satz an. Ein Satzart-Wort folgt danach, wie bei de ka: ho ka tu name? = Aber isst du?
| Senatola | Bedeutung |
|---|---|
| ka tu name, su lo sene? | Isst du, und spricht er? (beides gefragt) |
| vo tu name, su lo sene! | Iss, und er soll sprechen! (beides aufgefordert) |
| mi name. ka tu name? | Ich esse. Isst du? (Aussage und Frage: zwei Sätze) |
| mi name. ho ka tu name? | Ich esse. Aber isst du? |
Nebensätze
In den Lektionen: Lektion 14: Sätze verbinden · Lektion 21: Umschreiben statt Regel
Nebensätze stehen immer nach dem Hauptsatz und beginnen mit ihrem Bindewort; die Wortstellung im Nebensatz ist dieselbe wie im Hauptsatz.
| Senatola | Wörtlich | Bedeutung |
|---|---|---|
| mi rave Senatola, ke sena tole. | ich lernen Senatola weil Sprache klar-sein | Ich lerne Senatola, weil die Sprache klar ist. |
| mi sene, de vo tu name. | ich sagen dass SOLL du essen | Ich sage, dass du essen sollst. |
| mi sene, de ka tu name. | ich sagen dass FRAGE du essen | Ich sage, ob du isst. |
Die Satzart-Wörter ka und vo funktionieren auch am Anfang eines Nebensatzes; ein eigenes Wort für „ob“ braucht es nicht.
Ein ka hinter einem Wort gehört zu dem Teilsatz, in dem es steht. Im de-Satz ergibt das eine indirekte Frage; der Hauptsatz bleibt eine Aussage: mi sene, de tu name nama ka. = Ich sage, welches Essen du isst. „Weißt du, welches …?“ beginnt mit ka und enthält die indirekte Frage im de-Satz.
- ka steht nur im Hauptsatz und im de-Satz. In anderen Nebensätzen und in Relativsätzen gibt es kein ka; solche Fragen werden mit zwei Sätzen gestellt.
- vo darf jeden Nebensatz mit Bindewort einleiten: mi name, ke vo mi name. = Ich esse, weil ich essen soll. Ein Relativsatz beginnt immer mit je, deshalb nie mit vo.
- Ein de-Satz steht immer an der Objektstelle des Verbs davor, auch bei Verben, die sonst kein Objekt haben: mi vubale, de … = Ich bin traurig darüber, dass …
- fi heißt nur „wenn, falls“ (Bedingung). Zeitliches „als“, „sobald“ oder „während“ wird mit Zeitangaben gesagt (di nama = beim Essen) oder mit zwei Sätzen. „immer wenn“ = nalo + fi-Satz.
- Bezug: Ein ke- oder fi-Satz gilt für alle Hauptsätze davor, wie eine Präpositionsgruppe für den ganzen Satz: mi name, su tu lape, fi ma mi bure duranama. = Ich esse und du trinkst, wenn wir Hunger haben. Ein de-Satz bleibt das Objekt des letzten Verbs. Soll ein ke- oder fi-Satz nur für einen Hauptsatz gelten, wird der andere ein eigener Satz.
- Ende: Ein Nebensatz reicht wie ein Relativsatz bis zum Satzende. Was danach mit su, jo oder ho folgt, und jeder weitere Nebensatz gehören zu ihm: mi name, ke mi bure duranama, su tu sene. = Ich esse, weil ich Hunger habe und du sprichst. Was zum Hauptsatz gehört, steht vor dem Nebensatz oder in einem neuen Satz, der mit su oder ho beginnen darf: mi name, ke mi bure duranama. su tu sene. = Ich esse, weil ich Hunger habe. Und du sprichst.
Relativsätze
In den Lektionen: Lektion 15: Relativsätze
Der Relativsatz steht direkt nach seinem Nomen und beginnt mit je. je steht für das Nomen und ist entweder Subjekt oder Objekt im Relativsatz:
| Senatola | Wörtlich | Bedeutung |
|---|---|---|
| namara je name nama sene. | Esser der essen Essen sprechen | Der Esser, der Essen isst, spricht. |
| sena je mi rave tole. | Sprache die ich lernen klar-sein | Die Sprache, die ich lerne, ist klar. |
- Folgt auf je direkt das Verb, ist je das Subjekt. Folgt erst ein Nomen und dann das Verb, ist je das Objekt.
- Andere Rollen („in dem“, „dem“, „dessen“) gibt es nicht; sie werden umschrieben (siehe „Umschreibungen“).
- Ende: Ein neues Verb gehört immer zum innersten Satz, der noch keines hat. Ein Relativsatz am Subjekt endet also beim Verb des Hauptsatzes: namara je name nama di dova sene. = Der Esser, der im Haus Essen isst, spricht.
- Ein Relativsatz an einem späteren Nomen reicht bis zum Satzende: mi rave sena je namara sene. = Ich lerne die Sprache, die der Esser spricht. Alles, was zum Hauptsatz gehört, steht davor; geht das nicht, wird der Satz geteilt.
- Ein Nebensatz direkt nach einem Relativsatz gehört zum Relativsatz. Für Nebensätze mit Bindewort gilt dasselbe Ende (siehe „Nebensätze“).
- Das gilt für alles bis zum Satzende, auch für wörtliche Rede (re) und für Sätze mit su, jo oder ho. Was zum Hauptsatz gehört, kommt in einen neuen Satz; er darf mit su oder ho beginnen (siehe „Mehrere Hauptsätze“).
Verbinden mit su, jo und ho
In den Lektionen: Lektion 14: Sätze verbinden · Lektion 24: Auf dem Markt
su, jo und ho verbinden immer ganze Gruppen: ein Nomen mit allem, was es bestimmt, ein Verb mit seinem Objekt oder ganze Sätze. Was davor oder danach steht, gilt nicht für beide Glieder. ma dova biri su namara = große Häuser und ein Esser; gilt die Eigenschaft für beide, wird sie wiederholt. ho verbindet wie su: mi dure nama ho lapa ne = ich will essen, aber nicht trinken.
- Präposition: Eine Präposition ist das Hauptwort ihrer Gruppe und gilt für alle verbundenen Nomen dahinter: ko vupila su duranama = von Armut und Hunger, di seta kira su beku lahu setisa = um 3:15. Mengenwörter und Adjektive gelten weiter nur für ihr eigenes Glied.
- Aufzählungen: su steht zwischen allen Gliedern, ein Komma nie: bafeva su dova nali su dova dosi = die Küche, das ganze Haus und das zweite Haus. Ohne su entstünde die Nomenkette „dova nali dova dosi“.
Wer ist gemeint?
In den Lektionen: Lektion 16: Vergleichen und „selbst“
lo steht für jede dritte Person und jedes Ding. Wo das unklar wäre, hilft das Adjektiv luti (gleich, derselbe):
| Senatola | Bedeutung |
|---|---|
| lo vese lo luti. | Er sieht sich. |
| lo vese lo vuluti. | Er sieht ihn (einen anderen). |
| lo sene, de lo luti name. | Er sagt, dass er (selbst) isst. |
| pina vese melalafa, su lo luti sene. | Das Kind sieht den Mann, und es (das Kind) spricht. |
| lo tane mi, de vo mi beve tamagefa va lo luti. | Er bittet mich, ihm das Buch zu geben. |
- lo luti (er selbst, derselbe) zeigt auf das nächste Subjekt davor, das eine dritte Person oder ein Ding ist. Das Subjekt des eigenen Teilsatzes zählt mit, außer lo luti ist selbst dieses Subjekt.
- lo vuluti = ein anderer als dieser.
- Ein einfaches lo legt nichts fest; es gilt, was der Zusammenhang zeigt.
- Oder wörtliche Rede: lo sene re „mi name.“ ist immer er selbst.
- „einander“ ist das Adverb aus „tauschen“: ma lo vese seremo. = Sie sehen einander.
So findet man, wen lo luti meint: Man geht vom lo luti aus nach links und nimmt das erste Subjekt, das eine dritte Person oder ein Ding ist.
| Senatola | Bedeutung | Gemeint ist |
|---|---|---|
| lo sene, de lo luti name. | Er sagt, dass er (selbst) isst. | lo luti ist selbst Subjekt; das nächste Subjekt davor ist der Sprecher. |
| lo sene, de pina vese lo luti. | Er sagt, dass das Kind sich (selbst) sieht. | Das Subjekt des eigenen Teilsatzes zählt mit: pina. |
| lo sene, de pina vese lo. | Er sagt, dass das Kind ihn sieht. | offen: der Sprecher oder ein anderer, je nach Zusammenhang |
| lo sene re „pina vese mi.“ | Er sagt: „Das Kind sieht mich.“ | eindeutig der Sprecher, weil mi im Zitat ihn meint |
Wörtliche Rede
In den Lektionen: Lektion 17: Erzählen
Das Kurzwort re leitet wörtliche Rede ein. Es wird mitgesprochen, denn Anführungszeichen hört man nicht. In der Schrift steht jeder zitierte Satz zusätzlich in Anführungszeichen: „ direkt nach re, “ am Ende des zitierten Satzes. Das ist nur eine Lesehilfe; die Grammatik hängt allein an re.
| Senatola | Bedeutung |
|---|---|
| lo sene re „mi name.“ | Er sagt: „Ich esse.“ |
| lo sene, de lo name. | Er sagt, dass er isst. (indirekt) |
| lo sene re „ka tu name?“ | Er sagt: „Isst du?“ |
| lo sene re „mi name.“ re „ka tu name?“ | Er sagt: „Ich esse. Isst du?“ |
| lo sene di dova re „mi name.“ | Er sagt im Haus: „Ich esse.“ |
- In der wörtlichen Rede sprechen die Personwörter aus Sicht des Zitierten: Mit mi ist er gemeint, nicht der Erzähler. Deshalb muss die Grenze hörbar sein.
- Die wörtliche Rede steht immer am Satzende, wie ein Nebensatz. Sie endet mit dem Satz; ein schließendes Wort braucht es nicht. Alles, was sonst noch zum Satz gehört, steht vor re.
- Geht das Zitat über mehrere Sätze, beginnt jeder weitere zitierte Satz mit re und hat eigene Anführungszeichen. Ein Satz ohne re gehört nicht mehr zum Zitat.
- Nach re steht ein vollständiger Satz; seine Satzart zeigt wie immer das erste Wort (re „ka …“ = zitierte Frage). Auch ein Kurzsatz zählt als Satz, so lassen sich einzelne Wörter zitieren: re „nama“. = das Wort „nama“.
- Keine wörtliche Rede in wörtlicher Rede: Wird darin wieder jemand zitiert, geschieht das indirekt mit de.
Umschreibungen
In den Lektionen: Lektion 21: Umschreiben statt Regel
Was sich mit den Regeln umschreiben lässt, bekommt keine eigene Regel (Grundsatz 8). Die üblichen Umschreibungen:
| Gesucht | Umschreibung | Beispiel (Bauplan) |
|---|---|---|
| Passiv: Das Haus wurde gebaut. | „jemand“ (Person) als Subjekt | mela fabe po dova |
| man sagt | ma + Person | ma mela sene |
| es gibt kein Wasser | „sich befinden“ verneint | nima fale ne |
| bevor, nachdem, während, seit, damit | Präposition + Tätigkeit | le nama = vor dem Essen, fu sena Senatola = um Senatola zu sprechen |
| … mit verschiedenen Subjekten | zwei Sätze mit Zeigewort | mi name po. lo gole po gi tama hi. |
| als ich ein Kind war | zwei Sätze mit „damals“ | mi pine po. di lusa da … |
| warum, wegen | ko vera | ko vera ka = warum, ko vera nama = wegen des Essens |
| obwohl | Sätze umstellen, ho | „Senatola ist leicht, aber ich lerne langsam.“ |
| gegen (Gegner, Ablehnung) | Objekt direkt; „wollen“ + ne | mi mege lo = ich kämpfe gegen ihn; mi dure ne numa = ich bin gegen den Plan |
| wenn ich Zeit hätte, … | Bedingung + Tatsache | „…, wenn ich Zeit habe. Aber ich habe keine.“ |
| leider | ganzer Satz | „Ich bin traurig, dass …“ |
| vielleicht, wahrscheinlich | Adverb aus „möglich“ | vedo, pulu vedo |
| Es ist wichtig, dass du lernst. | Tätigkeit als Subjekt | rava nuge fu tu |
| das Haus, in dem ich wohne | zwei Sätze mit hi | „Ich wohne in diesem Haus. Das Haus ist groß.“ |
| der Freund, dem ich das Buch gebe | Relativsatz mit je als Subjekt | „der Freund, der das Buch von mir bekommt“ |
| der Freund, dessen Kind isst | „haben“ | „der Freund, der ein Kind hat, das isst“ |
| Relativsatz am Objekt + weitere Angaben | Satz teilen | „Ich bekam gestern ein Buch. Ich gebe dir dieses Buch.“ |
| das größte Haus | „mehr als alle“, Nomen wiederholen | dova ro biri te nalu dova |
| ein Haus wie meins | Relativsatz mit der verglichenen Eigenschaft | dova je bire si dova mi (ein Haus, das groß ist wie meins) |
| das gekaufte Haus, gegessen, gebaut | Relativsatz (kein Partizip) | dova je mi nide po |
| Ich habe aufgegessen. | Tätigkeit + „fertig sein“ | nama mi dome. |
| unser beider Haus | Relativsatz oder ma mi | dova ma mi |
| Willst du Essen oder Trinken? (Auswahl) | Auswahl als eigener Satz | nama jo lapa. + „Was willst du?“ |
| zwischen A und B | zwei Sätze, ma lo | dova su gera pime di nisa da. lo fale di rafa ma lo. |
| außer | sa (gehört zum Satz) | nalu mela gole sa lo. = Alle außer ihm kommen. |
| statt | verneinen + ho | mi lape ne nima, ho mi lape serila. = Ich trinke Tee statt Wasser. |
| über, an (Thema) | di tama + Nomen | ma mi sene di tama tamagefa. = Wir sprechen über das Buch. |
| als ob | si + Relativsatz | lo sene si mela je rike nalu tama. = Er spricht, als ob er alles wüsste. |
| Vergleich mit dem Objekt: Ich liebe dich wie mein Kind. | zwei Sätze mit folo hi (si vergleicht nur mit dem Subjekt) | mi nile pina mi, su mi nile folo hi tu mo. = Ich liebe mein Kind, und so liebe ich auch dich. |
| Anrede: Höre, Schaf! Herr König, … | Aufforderung mit dem Angeredeten als Subjekt; beim Sprechen va + Angeredeter; sonst weglassen | vo dorova nore! = Das Schaf soll hören. lo sene va felara re … |
| Ausrufe: ach, oh, haha, siehe, Amen | weglassen oder als ganzer Satz | „siehe“ = vo ma tu vese!, „Amen“ = vo lo mefe! (es soll wahr sein), „ach“ fällt weg |
| Was glaubst du, wer ich bin? | Frage nach dem Inhalt eines Gedankens mit di tama | tu kile tama ka di tama mi? = Was denkst du über mich? |
| auf Erden wie im Himmel (Vergleich von Orten oder Zeiten) | si + Nomen + Relativsatz | vo dura tu nabe di bida si dura je nabe di goka! = Dein Wille geschehe in der Welt wie der Wille, der im Himmel geschieht. |
| Hunger haben, Durst haben | haben + Nomen | mi bure duranama. |