Senatola

Regeln im Überblick

Senatola hat wenige Regeln, und jede gilt immer. Diese Seite fasst sie zusammen; die vollständigen Regeln mit Begründungen stehen im Regelwerk.

Wortarten und Endungen

Jedes Inhaltswort besteht aus einer Wurzel und einer Endung. Die Wurzel trägt die Bedeutung (nam = essen), die Endung zeigt die Wortart. Jede Endung hat genau eine Aufgabe, egal an welcher Wurzel.

EndungWortartessen (nam)groß (bir)Haus (dov)drei (kir)
-aNomennama das Essenbira die Größedova das Hauskira die Drei
-eVerbname essenbire groß seindove ein Haus seinkire drei sein
-iAdjektivnami zum Essen gehörigbiri großdovi hausartigkiri dritter
-oAdverbnamo essendbiro auf große Weisedovo nach Art eines Hauseskiro dreimal
-uMengenwort–––kiru drei

Jede Wurzel hat eine Grundart: Tätigkeit (nam), Eigenschaft (bir), Ding (dov) oder Menge (kir). Die Endung -u gibt es nur an Mengen-Wurzeln.

Ein eigenes Wort für „sein“ gibt es nicht: Die Endung -e macht aus einer Eigenschaft „… sein“ (tole = klar sein) und aus einem Ding „ein … sein“ (dove = ein Haus sein).

Wortbildung

Neue Wörter entstehen aus bekannten Teilen. Vorsilben sind Konsonant + Vokal, Nachsilben Vokal + Konsonant, so bleibt der Silbenbau immer erhalten.

BausteinBedeutungBeispiel
vu-Gegenteil (nur wo es ein klares Gegenteil gibt)biri groß → vubiri klein
-ar-Person, die zu X gehörtnamara Esser
-ev-Ort für Xnameva Speiseraum
-ot-Gegenstand für Xnamota Besteck
-is-kleiner, schwächerdova Haus → dovisa Häuschen
-en-machen, dass es so ist oder geschiehtlagi offen → lagene öffnen, vese sehen → vesene zeigen

-en- ist nicht dasselbe wie -ot-: lumota ist die Lampe (der Gegenstand, der hell macht), lumene heißt hell machen.

Zusammensetzungen: Das Hauptwort steht vorne, das Bestimmende folgt. Zwischen den Gliedern steht immer -a-; die Wortart zeigt allein die letzte Endung:

Getrennt geschrieben ist es eine Beschreibung: nama limi = grünes Essen. Zusammengeschrieben ist es ein fester Begriff, wie „Handschuh“.

Wortlänge: Ein Wort hat höchstens 5 Silben, häufige Wörter möglichst nur 4. Begriffe, die in vielen Wörtern stecken, haben deshalb eine eigene kurze Wurzel: Baum ist gera (nicht „Pflanze + groß“), so wird Wald zu nisagera (Ort + Baum).

Eine Partizip-Form („gekauft“) gibt es nicht; das sagt man mit einem Relativsatz: dova je mi nide po = das Haus, das ich kaufte.

Satzbau

Subjekt – Verb – Objekt – Rest. Das erste Nomen ist immer der Handelnde oder das, worum es geht. Verben ändern sich nie: keine Personalendungen, keine Zeitformen.

SenatolaWörtlichDeutsch
mi name nama.ich essen EssenIch esse Essen.
sena tole.Sprache klar-istDie Sprache ist klar.
mi name nama di dova.ich essen Essen in HausIm Haus esse ich Essen.
mi rave sevo Senatola.ich lernen schnell SenatolaIch lerne Senatola schnell.

Nomen, Mengen und Eigenschaften

Menge – Nomen – Eigenschaft. Zahlen und andere Mengen stehen vor dem Nomen, Adjektive dahinter.

SenatolaWörtlichDeutsch
kiru dovadrei Hausdrei Häuser
kiru dova vubiridrei Haus kleindrei kleine Häuser
dosu beku kiru dovazwei Zehner drei Haus23 Häuser
dova kiriHaus dritterdas dritte Haus
ma dovaMehrzahl HausHäuser

Nomen + Nomen: Stehen zwei Nomen nebeneinander, bestimmt das zweite das erste. So entsteht auch der Besitz:

SenatolaDeutsch
rava Senatoladas Lernen von Senatola
dova mimein Haus
dova ma tueuer Haus
dova biri mimein großes Haus

Zeit, Verneinung und Partikeln

Zeit und Verneinung stehen als Kurzwörter nach dem Verb, die Zeit zuerst. Ohne Zeitwort gilt, was der Zusammenhang zeigt.

SenatolaDeutsch
mi name po nama.Ich aß Essen.
mi name vi nama.Ich werde Essen essen.
mi name po ne nama.Ich aß kein Essen.
mi name po ti.Ich habe schon gegessen.
mi name po ti ne.Ich habe noch nicht gegessen.
mi name ku ne.Ich esse nicht mehr.

Fragen und Zeigen

Eine Ja-Nein-Frage beginnt mit ka: ka tu name nama? = Isst du Essen? Bei allen anderen Fragen steht ka dort, wo die Antwort stehen würde; die Wortstellung ändert sich nie: tu name nama ka? = Welches Essen isst du?

Fragen und Zeigen sind ein Baukasten aus einem Kategorie-Wort und einem Kurzwort:

KategorieFragenahfern
Person melamela ka wermela hi diesermela da jener
Ding tamatama ka wastama hi diestama da jenes
Ort nisadi nisa ka wodi nisa hi hierdi nisa da dort
Zeit lusadi lusa ka wanndi lusa hi jetztdi lusa da damals
Grund verako vera ka warumko vera hi deshalb
Art folafolo ka wiefolo hi so
Menge duvuduvu ka wie vielduvu hi so viel

Auf jede Frage antwortet ja „die Aussage gilt“ und ne „sie gilt nicht“, egal wie gefragt wurde.

Aufforderungen

Eine Aufforderung beginnt mit vo; das Subjekt bleibt stehen. Dadurch kann vo mehr als der deutsche Befehl:

SenatolaDeutsch
vo tu name!Iss!
vo ma tu name nama!Esst!
vo tu name ne!Iss nicht!
vo ma mi rave Senatola!Lasst uns Senatola lernen!
vo lo name!Er soll essen!

Nebensätze und Relativsätze

Nebensätze stehen immer nach dem Hauptsatz und beginnen mit ihrem Bindewort (ke weil, fi wenn, de dass). Mehrere Hauptsätze werden immer mit einem Bindewort verbunden (su und, jo oder, ho aber).

SenatolaDeutsch
mi rave Senatola, ke sena tole.Ich lerne Senatola, weil die Sprache klar ist.
mi sene, de vo tu name.Ich sage, dass du essen sollst.
mi name nama, su tu rave Senatola.Ich esse, und du lernst Senatola.

Ein Nebensatz reicht bis zum Satzende: Was danach mit su, jo oder ho folgt, gehört noch zu ihm. Was zum Hauptsatz gehört, kommt davor oder in einen neuen Satz.

Ein Relativsatz steht direkt nach seinem Nomen und beginnt mit je. Folgt auf je direkt das Verb, ist je das Subjekt; sonst das Objekt.

SenatolaDeutsch
namara je name nama sene.Der Esser, der Essen isst, spricht.
sena je mi rave tole.Die Sprache, die ich lerne, ist klar.

Wörtliche Rede

re leitet wörtliche Rede ein und wird mitgesprochen, denn Anführungszeichen hört man nicht. In der Schrift steht der zitierte Satz zusätzlich in Anführungszeichen.

SenatolaDeutsch
lo sene re „mi name.“Er sagt: „Ich esse.“
lo sene, de lo name.Er sagt, dass er isst.
lo sene re „ka tu name?“Er sagt: „Isst du?“

Vergleiche und „selbst“

Die Kurzwörter

Die häufigsten Wörter sind einsilbig. Sie nehmen nie eine Endung an.

GruppeKurzwörter
Personenich mi · du tu · er/sie/es lo
SatzbauVergangenheit po · Zukunft vi · Mehrzahl ma · Verneinung ne · Frage ka · Aufforderung vo · wörtliche Rede re
Antwortenja ja · nein ne
Zeigennah hi · fern da
Bindewörterund su · oder jo · aber ho · weil ke · wenn fi · dass de
Verhältniswörterin di · auf he · unter mu · zu va · von ko · mit ga · ohne sa · für fu · durch ru · vor le · nach, hinter gi
Vergleichmehr ro · weniger hu · wie si · als te
Bezugder/die/das im Nebensatz je
Partikelnauch mo · nur so · schon ti · noch ku · wieder ha

Gegensatzpaare unterscheiden sich immer im Konsonanten (hi/da, po/vi, ja/ne), damit ein Hörfehler nie unbemerkt das Gegenteil ergibt. Mehrzahl: ma mi = wir, ma tu = ihr, ma lo = sie.